Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Abna erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem exklusiven Interview mit dem Sender Al-Arabiya: Der Iran habe das Recht auf friedliche Urananreicherung.
Er äußerte die Zuversicht, dass Teheran im Falle einer Wiederaufnahme der Tätigkeit der Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) mit diesen zusammenarbeiten werde.
Lawrow sagte, der Iran sei bereit, das Niveau der Urananreicherung auf das für friedliche Zwecke erforderliche Maß zu reduzieren.
Der 12-tägige Krieg gegen den Iran hatte schlimme Folgen
Der russische Außenminister verwies auch auf die 12-tägige Aggression des israelischen Regimes und der USA gegen den Iran und sagte, dieser Angriff habe negative Folgen gehabt.
Er fügte hinzu, der Iran habe stets seine Bekenntnis zum Atomwaffensperrvertrag erklärt und der Angriff von Tel Aviv und Washington auf die Atomanlagen sei ein gefährlicher Schritt gewesen.
Der russische Außenminister berichtete zugleich von einer engen Verbindung zwischen Moskau und den iranischen Führern.
Lawrow äußerte im Weiteren die Besorgnis Russlands über die Politik der Vereinten Nationen, die von den Ansätzen europäischer Länder beeinflusst werde, und sagte, Europa habe versucht, die Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft zu setzen.
Arabische Länder lehnen jede Verschärfung der Spannungen in der Region ab
Er stellte außerdem fest, dass die arabischen Länder keine neue Verschärfung der Spannungen [in der Region] wünschten.
Bezüglich der Beziehungen zwischen Moskau und Riad sagte Lawrow auch, dass Saudi-Arabien angesichts der 100-jährigen Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Saudi-Arabien ein strategischer Partner Russlands im Nahen Osten sei.
Er fügte hinzu, dass die OPEC+-Allianz eine verantwortungsvolle Rolle auf dem globalen Energiemarkt spiele und Moskau mit dem Niveau der bilateralen Zusammenarbeit mit Riad zufrieden sei.
Der russische Außenminister sagte zudem, Moskau schätze seine Beziehungen zu den arabischen Ländern sehr und führe mit der arabischen Welt einen Dialog über zentrale internationale Angelegenheiten.
Die Palästina-Frage
Zum Thema Palästina betonte Lawrow ebenfalls die Notwendigkeit der Einheit der Palästinenser und sagte, Russland habe diese Idee bereits früher vorgebracht.
Er stellte klar, dass der Widerstand des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu gegen die Gründung eines palästinensischen Staates nicht den Sicherheitsinteressen Israels diene.
Der russische Außenminister erklärte zudem, dass die Aussagen des israelischen Militärs, wonach "alle Menschen in Gaza Terroristen seien", inakzeptabel seien.
Lawrow sagte, die Palästinenser und die arabischen Länder hätten Russland gebeten, die Verabschiedung einer Resolution des "Friedensrates" (gemeint ist wohl der UN-Sicherheitsrat) nicht zu verhindern, und deshalb hätten Moskau und China bei der entsprechenden Abstimmung auf die Bitte der arabischen Länder reagiert und sich bei dieser Resolution der Stimme enthalten.
Er bezeichnete die Beteiligung des palästinensischen Volkes als entscheidenden Faktor für den Erfolg eines jeden Friedensplans und fügte hinzu, dass der russische Präsident Wladimir Putin erklärt habe, Moskau sei bereit, eine Milliarde Dollar für den Wiederaufbau Palästinas bereitzustellen.
Abschließend warnte der russische Außenminister vor zunehmenden Spannungen im Westjordanland und sagte, die Lage in dieser Region verschärfe sich und es bestehe die Gefahr, dass die Situation außer Kontrolle gerate.
Your Comment